Faszination Land Rover – ein Reisebericht von Roy Owczarski

Am zeitigen Morgen des 25. Juni 2017 war es endlich soweit. Das Abenteuer Island sollte für uns endlich Wirklichkeit werden. Vorbei die lange Zeit des Studiums von Reiseberichten, GPS-Tracks, Prospekten aus Reisemessen und Internetforen, des Gesprächs mit Island-Abenteurern und Mailkontakt mit dort inzwischen ansässigen Auswanderern. Wir fühlten uns gut vorbereitet. Das Auto war bis unter die Decke gepackt, der Schlafausbau montiert, das Dach beladen mit einem zweiten Reserverad, Kraftstoffkanister, einer riesigen Alubox für alles, was nicht mehr in den Kofferraum passt, und dem neuen vom Schwiegersohn konstruierten Halter für den Trinkwassertank.

Die Reise führte uns zunächst 1.000 km an die Nordspitze Dänemarks nach Hirthals, den Abfahrthafen der Island Fähre „Norröna“, die uns mit einem kurzen Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln in 2,5 Tagen nach Seydisfjördur – unseren Startpunkt im Osten Islands – bringen sollte. Unser Defender wurde gnadenlos eng im Bauch der Fähre eingekeilt und wir bezogen unsere – in Geschlechter getrennten – 9-Personen-Übernachtungskabinen. Egal, wir fielen sowieso spät abends müde wie Steine in die Kojen und Ohrstöpsel taten das Übrige.

Seydisfjördur begrüßte uns leider mit dick wolkenverhangenen Bergen. Doch nach den ersten Kilometern bergauf nach Egilsstadir zur Ringstraße 1 durchstießen wir die Wolkendecke und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Welch überwältigende, gigantisch schöne Landschaft. Wir wollten zunächst der Ringstraße im Uhrzeigersinn nach Süden folgen, um so spät wie möglich die nach unseren Informationen immer noch gesperrten Hochlandstraßen im Norden hoffentlich passieren zu können.

So führte uns der Weg nach Süden, an den beeindruckenden blauen Eisbergen im Gletschersee Jökulsarlon vorbei zu unserem ersten einsamen Schlafplatz direkt am Gletscher Svinjafjelljökull. Begleitet vom Knistern und Knacken des Gletschereises schliefen wir glückselig und zufrieden unsere erste isländische Nacht im Auto. Daran, dass es auch zur Mitternacht immer noch richtig hell war, sollten wir uns bald gewöhnen.

Die nächsten Tage führten uns auf die ersten unbefestigten „F-Straßen“. Der Zustand der Straßen wurde schlechter, die ersten Schilder „Only 4×4“ ließen unsere Herzen höher schlagen. Nach dem Durchqueren der ersten tieferen Furten durch die ständig kreuzenden Flüsse wurde uns klar: Hier trennt schon die Wegbeschaffenheit die Spreu vom Weizen. Wo wir uns bislang die Piste mit einigen mutigen SUV-Touristen in gemieteten Dacia Duster und ähnlichem teilten, waren wir nach den ersten tieferen Furten fast komplett allein unterwegs. Endlose Weiten breiteten sich vor uns aus. Saftig grünes Moos wechselte sich mit schroffen Lavafeldern ab. Nach einer Stippvisite am relativ jungen Laki-Vulkankrater und Übernachtung an einem traumhaften Wasserfall fuhren wir nun zum nächsten geplanten Highlight unserer Tour, den farbenfrohen Rhyolithbergen von Landmannalaugar, eine wirklich beeindruckende Landschaft mit aktiven Thermal- und Schwefelquellen, die wir in einer ausgedehnten Wanderung in Augenschein nahmen und auf dem dortigen Zeltplatz in einer Atmosphäre eines Basiscamps von Bergsteigern übernachteten. Unser Abendbrot mit Gaskocher und leckeren Nudelgerichten wurde bald schon zum liebevoll zelebrierten Ritual, wie auch der erste frische Kaffee aus frischem Flusswasser zum Frühstück irgendwo an einem Vulkan, einem Fluß oder Wasserfall.

Nach diesen Abstechern ins Landesinnere begaben wir uns wieder in den „zivilisierten“ Teil Islands. Natürlich wollten wir auch die hochgepriesenen Highlights wie den Geysir (der übrigens schon lange nicht mehr aktiv ist, sondern nur sein kleiner Bruder „Strokkur“) und die Kontinentalspalte zwischen Eurasien und Amerika in Pingvellir sehen. Wirklich beeindruckend, wenn man sich – um sie wirklich zu sehen – zwischen den Massen der wild fotografierenden Asiaten, Amerikaner und Russen auch mal durchdrängeln kann…

Weiter ging die Reise nunmehr im Westen der Insel Richtung Norden. Sehr zum Leidwesen meiner Frau umfuhren wir die Gegend um Reykjavik großräumig. Aber in Anbetracht der vielen Tagestouristen, Kreuzfahrer und Kurzurlauber in ihren Mietwagen und Wohnmobilen in diesem „Golden Circle“ war das sicher die richtige Entscheidung. Reykjavik ist sicher sehr sehenswert, aber auch schnell mal mit dem Flugzeug erreicht. Wir wollten das ursprüngliche Island sehen, nicht die Hauptstadt, in der sich neben 2/3 der Einwohner Islands etwa doppelt so viele Touristen aufhalten.
Natürlich führte unser Weg in den Norden nicht über die inzwischen fast komplett asphaltierte Ringstraße 1, sondern quer durch die Lavafelder auf der F578. Diese Piste als „Straße“ zu bezeichnen, ist schon etwas sarkastisch. Auch unserem Defender verlangte diese Strecke alles ab, was er zu bieten hatte. Teilweise war der Weg so verblockt, dass wir nur mit Untersetzung vorankamen. Auch stellte ich fest, dass tiefe, lockere Vulkanasche fahrtechnisch ziemlich unangenehm sein kann. Eine breite und auch sehr tiefe Furt musste ebenfalls bewältigt werden. Ich muss sagen, da haben wir schon ziemlich geschwitzt.

Egal, wir erreichten letztendlich den Norden der Insel und umfuhren einige der dortigen Halbinseln. Dort hatten wir auch das erste Mal Kontakt mit den putzigen Papageientauchern oder „Puffins“, die ich unbedingt einmal sehen wollte. Leider auch mit ziemlich aggressiven Seeschwalben, die gar nicht verstehen konnten, dass wir zwischen ihren Nestern in den Dünen direkt an der Grönlandsee übernachten wollten.

Eine der nächsten Stationen unserer Reise war der größte See Islands, der Myvatn. Zu deutsch heißt das im übrigen „Mückensee“. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen…
Aber der See ist ein idealerer Ausgangspunkt für viele zu bewandernde Gegenden, den Tuffvulkan Hverfjall, die Badehöhle Grjotagia, das aktive Solfatarengebiet mit Schlammvulkanen Hverarönd und nicht zuletzt das jüngste – und gerade wieder aktive – Vulkangebiet um die Krafla. Wie aktiv das Gebiet ist, sah man schon auf einem Parkplatz kurz vorher. Dort steht eine einsame Dusche. Deren Wasser kommt direkt aus der Erde, ist heiß und riecht fürchterlich schwefelig.

Doch nun sollte der (für mich) spannendste Teil unserer Reise beginnen. Wir fuhren endlich in das Hochland Richtung Askja-Krater. Die Straßen dorthin werden je nach Wetter und Tiefe der Furten etwa Mitte/Ende Juni geöffnet und sind im September schon wieder zu. Wir hatten Glück, die Sperrungen waren aufgehoben. Zwar zwang uns eine Tankstelle mit dem netten Schild „Sorry, out of fuel“ zu einem Umweg, aber das Ziel rückte näher, so dass wir am nächsten Tag wirklich am Kratersee der Askja standen, mit uns noch einige Gleichgesinnte in ihren Defendern, sagenhaft monströsen Islandmobilen und gigantischen Weltreise-LKW. Doch ein Stück weiter wollten wir noch. Ziel war die Rückseite des größten Isländischen Gletschers, des Vatnajökull. Dort sollte es eine begehbare Eishöhle geben. Eine Tagesfahrt durch sehr unwegsames, aber unbeschreiblich schönes Gelände brachte uns an die einsame Hütte am Kwerkfjöll auf deren Stellplatz wir auch übernachteten und deren Küche, Dusche und Aufenthaltsraum wir nutzen durften. Mittlerweile hatten wir nämlich dort auch einmal das uns für die ganze Reise prophezeite „typisch isländische Wetter“ mit Eisregen und starkem Wind kennenlernen dürfen, was uns am nächsten Morgen aber nicht abhielt, zur Eishöhle an den Kverkfjöllgletscher zu wandern. Wir haben sie gesehen. Nur – sie ist seit Langem wegen Einsturzgefahr für Besucher gesperrt. Sehr schade.

Unser weiterer Weg führte uns über halsbrecherische Wege wieder aus dem Hochland heraus in den landschaftlich sehr reizvollen Nordosten der Insel. Hier locken einzeln im Meer stehende Felsen mit gigantischen Populationen sehr seltener Vögel, wie Basstölpel und Papageientaucher, was wir mit mehreren Wanderungen auch reichlich ausnutzten. Natürlich machten wir auch einen Abstecher an den nördlichsten Punkt Islands. Um bis an den Polarkreis zu gelangen, hätten wir das Schiff nehmen müssen, wir beließen es mit der Gewissheit etwa 3km davor gewesen zu sein und nahmen uns als Souvenir ein Stück von dem dort überall liegenden Treibholz aus Sibirien mit.
Letztendlich waren wir nun schon im Westen der Insel angekommen. Auf mehreren Wanderungen (Tipp: ein Rother Wanderführer mit GPS-Daten besorgen!) lernten wir auch diesen atemberaubenden Teil Islands zu Fuß kennen.

Die Reise neigte sich auch leider schon ihrem Ende zu. Eine letzte Übernachtung in einem B&B in Seydisfjördur und die lange Rückreise nach Chemnitz beendeten unser Abenteuer Island. Bei 3 Wochen Urlaub und davon einer Woche für An- und Abreise kann man natürlich nicht sagen, Island komplett zu kennen. Ob es Reykjavik oder die traumhaften Westfjorde sind – es gäbe für uns noch sehr viel zu entdecken. Vielleicht werden wir ja doch noch einmal wiederkehren?
Wir haben sehr viel erlebt. Haben in heißen Flüssen gebadet, an wahrhaft gigantischen Wasserfällen gestanden und vulkanische Aktivität live erlebt. Wir haben Island in seiner ursprünglichen, atemberaubenden Form erlebt, wie es sicher nur wenige Touristen kennenlernen werden.

Wenn Sie sich selbst einen Eindruck von dieser Insel verschaffen wollen, aber den Aufwand und den Stress einer eigenen Planung scheuen, oder eben doch (noch?) kein geeignetes „Hochland-Fahrzeug“ Ihr Eigen nennen, buchen Sie doch eine Experience-Tour bei Land Rover. Die Highlights Islands in den besten Geländefahrzeugen der Welt können Sie hier mit Land Rover erleben.

Viele Grüße,
Roy Owczarski

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